Leseprobe: Oldie-Kost
Alte Pferde im Winter richtig füttern
Die Muskeln schwinden, die Fettpölsterchen ebenso. Wenn Pferde in die Jahre kommen, sieht man ihnen das häufig an. Vor allem im Winter! Denn sobald die Weidesaison zu Ende ist, kommen bei vielen die Knochen zum Vorschein. Entsprechend wichtig ist das passende Futter.
„Grundsätzlich besteht im Alter ein Mehrbedarf an Energie, Eiweiß und Vitalstoffen außer bei Jod und Selen, der bis zu 100 Prozent betragen kann“, erklärt Pferdewissenschaftlerin Constanze Röhm, die unabhängige Futterberatungen anbietet. So kann es zum Beispiel sein, dass ein 500 Kilogramm schweres Pferd, das früher mit 50 Megajoule am Tag auskam, im Alter 80 Megajoule benötigt, um nicht vom Fleisch zu fallen. Allerdings steigt der Mehrbedarf nicht linear, sondern ist maßgeblich vom Zustand der Zähne und der allgemeinen Alterung abhängig und damit individuell verschieden. Der Tierarzt kann hier anhand des Fütterungszustandes, des Zahnstatus und einer Blutuntersuchung sicherlich weiterhelfen. Eine professionelle Rationsberechnung wäre ideal.
Mager trotz guten Heus
Bei Weidegang im Sommer können Pferdesenioren ihr Gewicht meist noch gut halten, weil Gras ein weiches energie- und nährstoffreiches Grundfutter ist, das selbst mit stark abgenutzten Zähnen oder Zahnlücken oft noch ausreichend gekaut und verdaut werden kann. Anders im Winter. „Vor allem hartes Heu mit hohem Stängelanteil wird dann nur noch ungenügend zerkleinert und verwertet. So kann es passieren, dass alte Pferde abmagern, selbst wenn sie genügend Heu erhalten und es vollständig verzehren", stellt Röhm klar und empfiehlt früh geerntetes und blattreiches Heu vom ersten Schnitt, das ind er Praxis allerdings nicht immer zur Verfügung steht. Alternativ könne man auch Heu vom zweiten Schnitt verwenden, das ähnlich wie zeitig im Frühjahr geerntetes Heu weicher ist und oft mehr Eiweiß enthält.